Wegen einer kleinen Erbschaft wollte ich mir ein neues Depot-Konto mit Tagesgeldkonto einrichten. Zunächst ging ich mit meinem Anliegen zu meiner Hausbank, mit der ich bisher immer gut gefahren war. Natürlich dauerte es einige Zeit, bis ich bei meinem Berater - ich hatte ihn vorher noch nie gesehen - einen Termin bekam. Nach ungefähr einer Stunde hatte ich alles, nur eben nicht das Depot-Konto mit Tagesgeldkonto. Erstens wollte der Berater mir dies nur sehr ungern verkaufen und zweitens waren mir die Konditionen dafür sowieso zu schlecht. Also beschloss ich, selbst im Internet bei den verschiedenen Anbietern Vergleiche zu starten und das Thema gründlich zu recherchieren.
Das stellte sich als gar nicht so einfach heraus. Die Konditionen unterschieden sich oft erheblich und die Leistungen ebenso. Einige Anbieter werben mit Prämien und Startguthaben. Das gefiel mir natürlich, aber es kam mir vor allem auf eine gute Kondition, also hohe Zinsen und niedrige Gebühren, einfache Handhabung des Depots und Flexibilität an. Das ganze sollte natürlich möglichst online zu bedienen sein, damit ich jederzeit an mein Geld kann, wenn es nötig ist.
Letztendlich hatte ich mich für eine Bank entschieden. Nachdem ich online einen Antrag ausgefüllt hatte, bekam ich die Unterlagen zur Eröffnung per Post. Ich musste damit noch zur Postfiliale um mich zu identifizieren, einen so genannten Postident durchzuführen. Schließlich war das Depot-Konto mit Tagesgeldkonto endlich eröffnet und ich konnte mein Geld überweisen und die Aktien ins Depot legen.
Der Inhaber eines Tagesgeldkonto kann täglich über das Guthaben verfügen, das sich auf dem verzinsten Konto befindet. Allerdings ist es nicht für den allgemeinen Zahlungsverkehr (Überweisungen, Lastschriften) vorgesehen . Es können lediglich Umbuchen auf das laufende Girokonto angewiesen werden. Die Zahlung durch EC-Karte ist so auch ausgeschlossen.
Die Verzinsung bezieht sich auf das Jahr (p. a.) Diese ist meist deutlich höher als bei einem Sparbuch, denn die technische Entwicklung spielt hier eine große Rolle. Da Tagesgeldkonten oft per Online-Banking verwaltet werden können, sind Kontoauszüge per Post, Beratung am Telefon oder in der Filiale ausgeschlossen und die Banken sparen daran einiges an Verwaltungskosten. Dies wiederum können sie in Form erhöhter Verzinsung an den Kunden weitergeben.
Langfristig festgelegtes Kapital wird höher verzinst als kurzfristig gebundenes, da die Bank täglich davon ausgehen muss, dass der Kunde sein Kapital verringert. Prinzipiell gesehen kann ich als Kunde das komplette Kapital an einem Tag auf ein anderes Kreditinstitut überweisen, da bei einem Tagesgeldkonto keine Kündigungsfristen gibt.
Tagesgeldkonten sind wegen ihrer Flexibilität und Ungebundenheit sehr beliebt. Allerdings setzt sich diese Beliebtheit meist nur bei den jüngeren Menschen durch. Ältere halten noch immer am Sparbuch fest, da man bei diesen über eine Urkunde verfügt. Außerdem sind ältere Menschen für die neue Form "Online-Banking" nicht aufgeschlossen genug und bleiben lieber ihrer altbekannten Filialbank treu.
Tagesgeldkonten sind generell eine gute Idee. Informieren Sie sich bei Ihrer Bank.